Daniel FelixBahnfilmprofi aus der Schweiz Daniel Felix kennt die Fernsehbranche schon seit seiner Kindheit. Seine ersten Filme in den 1980er-Jahren drehte er noch mit einer Super-8-Kamera. Durch seine beruflichen Erfahrungen in den Medien und seine stetige Weiterentwicklung in verschiedenen Bereichen kann er heute auf ein großes Fachwissen im technischen sowie im gestalterischem Teil zurückgreifen. Seit einigen Jahren investiert Daniel Felix in seine professionelle Videoausrüstung und kann daher flexibel und ohne großen organisatorischen Aufwand Filme produzieren.
Interview mit Daniel und Kurt Felix in der größten schweizer Tageszeitung Blick:
BLICK: Herr Felix jr. Wenn man Ihnen gegenübersteht, aber vor allem, wenn man Ihre Stimme hört, ähneln Sie dem berühmten Vater sehr. Hören Sie das oft? Daniel Felix: Sehr oft sogar. Es kommt auch vor, dass mich Leute auf der Strasse fragen: Woher kenne ich nur Ihre Stimme? Ich kläre sie dann gerne auf. Denn ich bin stolz, der Sohn von Kurt Felix zu sein.
Wie war Daniel als Kind? Kurt Felix: Völlig problemlos. Sehr gut erzogen, was vor allem das Verdienst seiner Mutter Sonja ist. Ich hatte für fundamentale Erziehungsarbeit nur wenig Zeit, denn mein Beruf hat mir viel abverlangt. Als Ex-Lehrer konnte ich Dani jedoch in schulischen Dingen gerne behilflich sein. Sehr bald merkte ich, dass er Freude an all dem hat, was sich bewegt. Vom Kinderwägeli bis zur Frauenfeld-Wil-Bahn. Also war ich mit ihm oft auf Achse.
Daniel Felix, haben Sie sich mal überlegt, als «falscher» Kurt Felix Prominente zu verladen? Daniel: Sie glauben es nicht, aber etwas Ähnliches habe ich mal in der SF-Late-Show «Night Moor» getan. Dieter Moor zeigte ein Foto meines Vaters und ich sprach dummes Zeug dazu. Viel Zuschauer waren verwirrt.
Ihr Vater plante Sendungen bis ins Detail. Am Weihnachstag läuft Ihr erster Dokfilm über die Bernina-Bahn. Arbeiten Sie auch so akribisch wie er? Daniel: Ja, diesen Perfektionismus habe ich von meinem Vater geerbt. So habe ich für Aufnahmen und Schnitt sehr viel Zeit verwendet. Das Licht musste stimmen. Die Kamera auf der richtigen Seite der Geleise stehen. Da marschiere ich mit der Kamera lieber mehrmals an den Dreh-ort, damit alles sauber im Kasten ist. Diesen Film schenke ich emotional meinem Vater! Kurt: Ja, diese Weihnachten gibt es statt Päckli Danis Film. Wir werden sein Werk gemeinsam ansehen. In unserer guten Stube auf einem Grossbildschirm
Warum lohnt es sich, den Film anzuschauen? Daniel: Diese Bahnstrecke, welche die Berninabahn seit 1910 zwischen St. Moritz und Tirano befährt, ist für mich die schönste überhaupt. Sie ist ein Stück Kulturgeschichte.
Woher kommt Ihre Freude an Eisenbahnen? Sie haben ja schon einige Filme zum Thema gedreht. Daniel: Auch vom Vater. Als Bub bekam ich von ihm eine Modelleisenbahn. Ich bin mir aber bis heute nicht sicher, ob er den Zug nicht sich selber geschenkt hat. Er hat mir Fahrpläne geschrieben, das heisst, ich musste die Züge immer nach bestimmten Zeiten fahren lassen. Den frühesten schon morgens um sechs. Da habe ich rebelliert, weil ich länger schlafen wollte. Kurt: Was ich ihm nicht sagte: Ich liess dann den Zug selber um sechs Uhr fahren. Die Mannsgöggli mussten ja schliesslich zur Arbeit gefahren werden.
War Kurt Felix ein strenger Vater? Daniel: Ein strenger, ja - aber im positiven Sinne. Ich musste meine Hausaufgaben immer sehr genau machen, das hat er minutiös kontrolliert. Sein Motto war: Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Und solches hat er mir oft bereitet: Er ging mit mir Bahn fahren. Quer durch die Schweiz! Oft durfte ich abends etwas länger fernsehen. Damals war das noch ein exklusives Vergnügen.
Kurt Felix, Ihre Ehe wurde geschieden, als Daniel in der Primarschule war. Hat er darunter gelitten? Kurt: Ich habe ihm nichts angemerkt. Meine Frau Sonja und ich haben nie vor ihm Meinungsverschiedenheiten ausgetragen. Nach der Scheidung haben wir Elternteile uns vor ihm nie gegenseitig ausgespielt. Zugunsten des gemeinsamen Kindes. Das Positive ist, dass Daniel zu Vater und Mutter die gleich gute Beziehung hat. Und mit Paola kommt er super aus.
Daniel Felix, seit 22 Jahren sind Sie Sendeleiter beim Schweizer TV. Ist Ihnen nie ein Fehler unterlaufen? Daniel: Doch, sicher! 2008 habe ich die Komödie «Bridget Jones» mit Renée Zellwerger eine Minute zu früh abgebrochen. Ich habe den Zuschauern also glatt das Happy End vorenthalten. Als ich ihn kürzlich nochmals austrahlte, harrte ich bis zur letzten Sekunde aus!
Hat es Sie nie gereizt, selber zu moderieren? Daniel: Nein, ich war immer lieber der stille Macher im Hintergrund.
Kurt Felix, haben Sie Ihren Sohn ins Fernsehen gepuscht? Kurt: Ganz und gar nicht. Ich habe ihm lediglich dazu geraten, sich beim Schweizer Fernsehen als Bildtechniker ausbilden zu lassen. Er musste wie alle anderen eine Eignungsprüfung machen. Dazu nützt kein Vitamin B. Ganz im Gegenteil. Er stand anfangs immer im hausinternen kritischen Blickfeld. Dani hat auch nie mit meinem Namen operiert. Man musste schon selbst darauf kommen, dass er der Sohn von Kurt Felix ist. |